Sfaira die 2. – Die Geschichte

Sfaira war nicht immer das gewaltige Weltreich, das es heute darstellt. Die Inselkette, die das Kernland Sfairas ausmacht, war ursprünglich eine Domäne der Daeva, dominiert von den Kreaturen, die die Menschen heute als Undinen bezeichnen. Die menschlichen Bewohner Sfairas waren ihre Diener und Sklaven, und verehrten die Daeva mit geradezu religiöser Ehrfurcht. Sie dienten in ihren Heeren, verrichteten die schwersten Arbeiten, und manchmal verhungerten sie einfach, weil ihre Herren ihnen nicht genug zu essen geben wollten.

Dies ging viele Jahrhunderte lang. Es hatte in dieser Zeit zwar einige Aufstände gegeben, doch keinem davon war es gelungen, die grausamen Herrscher der Menschen zu bezwingen. Bis vor 800 Jahren der Erlöser geboren wurde, in einer Zeit, in der die Grausamkeit der Elfen neue Höhepunkte erreicht hatte. Der Erlöser war ein sterblicher Sohn von Keus, dem höchsten Gott der Sfairaner, der auserwählt worden war, sein Volk in die Freiheit zu führen. Auch wenn der Name des Erlösers verloren gegangen ist, so ist doch bekannt, dass er ein mächtiger Krieger, unglaublicher Thaumaturg und unnachahmlicher Stratege war. Unter seiner Führung, unterstützt von wiederholtem Eingreifen der Götter, gelang es dem Volk von Sfaira, die Fesseln der Sklaverei abzustreifen und die Undinen aus ihrer Heimat zu vertreiben.

Die Sfairaner ernannten den Erlöser zu ihrem ersten Basilias, und auch heute noch sitzt ein entfernter Nachfahre des mythischen Heilands auf dem Thron. Es ist Tradition, dass der Basilias auch ein machtvoller Thaumaturg sein muss, selbst heute noch, wo die Arkanomechanik die Thaumaturgie im Ansehen in Sfaira fast abgelöst hat.

Einige hundert Jahre waren die Herrscher von Sfaira damit zufrieden, ihr Inselkönigreich zu regieren, doch irgendwann brach ihr Ehrgeiz hervor. Im Jahr des Erlösers 423, unter der Herrschaft von Basilias Simeon II, marschierten sfairische Heere auf dem Festland ein und eroberten die Region, die den Namen Efialtis trug. Die Efialter waren ein friedliches, mystisches Volk, und sie boten den gut ausgebildeten Heeren und der Thaumaturgie Sfairas fast keine Gegenwehr. Doch weiter kam der Eroberungsfeldzug nicht. Die Armeen der umliegenden Länder waren zu stark für die Sfairischen Heerführer, und auch ihre Thaumaturgie konnte sich mit der magischen Macht messen, die die Sfairaner ins Feld führten. So groß ihre Ambition auch war, sie vermochten sie nicht weiter zu verfolgen.

Doch das letzte Wort war noch nicht gesprochen. Im Jahr des Erlöser 720, vor 90 Jahren, gelang es einem sfairischen Thaumaturgen, die magische Macht im Inneren der Scherben zu entfesseln, ohne dabei nur eine Explosion zu verursachen (eine Waffe, die die Sfairaner schon länger einzusetzen vermochten). Auch wenn der junge Mann, der den Namen Stefanos aus dem Haus Kandake trug, schon mit 32 Jahren an der Scherbenstrahlung zu Grunde ging (die isolierende Wirkung von Silber war zu dieser Zeit noch nicht bekannt), so gilt er heute doch als Erfinder der Arkanomechanik.

Der Siegeszug der Arkanomechanik erlaubte es Sfaira, seine Armeen mit mächtigen, magischen Waffen auszurüsten, und schon bald war es dem Reich gelungen, seine Eroberungen wieder aufzunehmen und einen großen Teil des Festlands zu annektieren. (Dass die Entwicklung ziviler Arkanomechanik erst einige Jahre nach den ersten Waffensystemen begann, sagt viel über das Gemüt der Sfairaner aus.) Ein weiterer Quantensprung der Arkanomechanik gelang General Krateos, der rechten Hand des augenblicklichen Basilias Achileas III, mit der Entwicklung der Pneuma-Steine, die vor zehn Jahren abgeschlossen wurde. Sie stellen eine Art künstlicher Seelensteine dar, die aus Scherben gefertigt werden können, und die deutlich größere magische Macht entfesseln können, dafür allerdings eine elementare Ausprägung erhalten, die die Bandbreite der Effekte in eine bestimmte Richtung lenkt. Die Pneuma-Steine ermöglichen ganz neue Ausmaße arkanomechanischer Macht – und die Entwicklung von Waffen, die neue Eroberungen der bisher nicht zur Debtatte stehenden Ländereien durchaus vorstellbar machen. Wenig wundert es da, dass Sfaira in den letzten Jahren kriegerischer auftritt als seit vielen Jahren.

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