Arkanomechanische Fahrzeuge!

Wo noch vor einigen hundert Jahren die wenigsten Bürger Arkadiyas jemals in ihrem Leben ihr Heimatdorf verließen, da ist die Welt heute deutlich kleiner geworden. Neben dem allgegenwärtigen LOGOS-Netzwerk und den zerstörerischen arkanomechanischen Waffen sind es vor allem die magischen Fortbewegungsmittel, die das Leben der Menschen auf dramatische Weise verändert haben.

Grundsätzlich funktionieren alle arkanomechanischen Fortbewegungsmittel auf eine ähnliche Art und Weise. Wenn der Fahrer oder Pilot die Kontrollglyphe berührt, wird magische Energie aus dem Antriebskristall in ein Glyphennetzwerk geleitet. Diese Glyphen sind im Falle der Tachykines, der Bodenfahrzeuge, einfache Bewegungsglyphen, doch werden sie für Aerokines (Flugmaschinen) und Hydrokines (Wasserfahrzeuge) durch elementare Luft- beziehungsweise Wasserglyphen ergänzt. Richtungswechsel werden bei den billigsten Modellen mechanisch vorgenommen, doch setzen die teuren Versionen hierbei auch auf Glpyhen, die durch leichte Berührungen außerordentlich geschmeidige Lenkbewegungen erlauben.

Wie viele sfairische Artefakte sind die meisten dieser Fahrzeuge aus weißer, ultraharter Keramik gebaut, die mit den kunstvoll geschwungenen Glyphenätzungen verziert sind. Die Fahrzeuge neigen zu organischen, geschwungenen Formen und verfügen meist über gewölbte Kuppeln aus Kristallglas.

Die mit Abstand häufigsten arkanomechanischen sind die Tachykines, die Bodenfahrzeuge. Sie werden stark im zivilen Sektor eingesetzt, und der Besitz eines solchen Fahrzeugs ist der Stolz vieler Familien. Gerade in den großen Städten sind Tachykines so allgegenwärtig, dass die großen mehrspurigen Straßen oft verstopft sind. Die schnellste Version ist der Kyon, ein wendiges, zweirädriges Fahrzeug, das nur Platz für den Fahrer selbst bietet, der sich fast liegend über dem langgezogenen Rumpf befindet und durch Gewichtsverlagerung lenkt. Etwas schwerer und behäbiger ist der Taurus, die häufigste Form von Tachykines, die in einer Unzahl von Varianten existiert. Gemeinsam haben diese allesamt, dass der Taurus über eine große Glaskuppel verfügt, unter der normalerweise vier Passagiere in mehr oder minder bequemen Sitzschalen Platz nehmen können. Manche Versionen des Taurus verkleinern die Fahrerkuppel, so dass neben dem Fahrer nur noch ein Beifahrer Platz findet, doch ergänzen sie dafür eine offene oder geschlossene Ladefläche. Eine solche Version ist der Leon, eine militärische Spielart des Taurus, auf dessen Ladefläche ein Geschützturm angebracht ist. Dieser wird entweder von einem Soldaten oder (meistens) von einem einfachen Denkkristall bedient und ist normalerweise mit einem leichten Energeia-Geschütz ausgestattet. Der Leon ist stark gepanzert, was den Sichtbereich der Kuppel deutlich verkleinert, doch ist dies ein Tausch, den die Fahrer auf dem Schlachtfeld gerne eingehen. Ebenfalls auf dem Konzept des Taurus basiert der Hippos. Diese stromlinienförmige Tachykines verwendet eine kleine, flache Kuppel, die nur für zwei Personen Platz bietet und zieht das gesamte Chassis in die Länge. Zudem ist das Glyphennetzwerk, das ihn antreibt, komplexer und leistungsstärker, was das Erreichen höherer Geschwindigkeiten und eine drastisch höhere Beschleunigung erlaubt, allerdings auch den Energieverbrauch deutlich erhöht. Der Hippos in all seinen Varianten ist vor allem ein Spielzeug für reiche Adelssprosse und andere Privilegierte. Die größte Variante von ziviler Tachykines ist der Elefantas. Hinter einer kleinen Fahrerkuppel ist entweder eine gewaltige geschlossene Ladefläche oder eine eine zweite, längliche Kuppel angebracht, unter der einige Dutzend Menschen Platz finden können. Der Elefantas ist behäbig und langsam und wird zum Transport großer Mengen an Personen oder Waren verwendet. Eine militärische Version, die mit zusätzlichen Panzerplatten versehen ist, wird vom sfairischen Militär als Truppentransporter eingesetzt.

Die Aerokines sind um einiges seltener und teurer, und dennoch wird kaum ein Tag vergehen, in dem ein Bürger einer der großen Städte nicht eine dieser Maschinen am Himmel erblickt. Grundsätzlich basieren alle Aerokines auf dem Vorbild des Pegasus. Der Pegasus ist letztlich eine große, kugelförmige Kristallglaskuppel mit Platz für einen Piloten. Die weitere Ausstattung besteht nur aus einem einfachen Fahrwerk und metallenen „Segeln“, die aus dem Heck der Maschine ragen und auf denen sich der Großteil der Glyphen befindet. Wird der Winkel dieser Segel verstellt, beeinflusst das die Flugrichtung. Wie alle Aerokines ist der Pegasus ein Senkrechtstarter – Landebahnen sind in Arkadiya unbekannt. Die Erynie ist eine militärische Version des Pegasus. Die Kuppel ist gestreckter und ovaler, die Form insgesamt stromlinienförmiger. Die Erynie ist leicht gepanzert und verfügt über Aufhängungen für leichte Geschütze. Das größte fliegende Fahrzeug, das in Arkadiya bekannt ist, ist der Draco – eine schwer gepanzerte Mischung aus Truppentransporter und fliegender Waffenplattform, Platz für bis zu 20 Passagiere bietet.

Wer sich kein eigenes arkanomechanisches Fahrzeug leisten kann, muss deshalb nicht in seinem Heimatdorf versauern. Das Großreich Sfaira verfügt über einige Massentransportmittel. Zwischen den Städten gibt es die Möglichkeit, die Phidia zu nehmen, einem Schienenfahrzeug, das bemerkenswert ruhig und leise läuft und gerade für lange Strecken eine angenehme Option ist. Desweiteren stehen auch Fern-Elefantas zur Verfügung, die besonders in die abgelegenen Winkel des Landes fahren. Innerhalb der Städte, besonders Stemma, ist das Angebot noch viel reichhaltiger. Einerseits gibt es natürlich verschiedene Tachykines und Aerokines, die sich stundenweise mit Pilot mieten lassen. Eine weitere Möglichkeit in der Hauptstadt Stemma ist die Bombos-Strecke. Auf vielen Straßenzügen sind Glyphen in den Lithos eingelassen (das weiße Baumaterial, aus dem viele Gebäude und Straßen der Stadt bestehen), über denen in regelmäßigen Abständen Kabinen in ungefähr vier Meter Höhe durch die Luft schweben. Die Bombos ist außerordentlich teuer und wird normalerweise nur von wohlhabenden Bürgern verwendet und von Besuchern, die sich einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten verschaffen wollen. Das letzte und ungewöhnlichste Verkehrsmittel, das sich bislang nur in Stemma durchsetzen konnte, ist das Phleba-Netz. An mehreren Dutzend Stellen im Stadtraum ist es möglich, sich gegen Bezahlung eine selbstfahrende Kabine zu bestellen und dann einen beliebigen Punkt in der Stadt als Ziel anzugeben. Die Kabine, die Platz für bis zu vier Passagiere bietet, fährt dann aus eigenem Antrieb zum Ziel, wobei sie sich selbstständig in den Verkehr einordnet. Die Vorteile sind minimale Wartezeiten und große Unabhängigkeit, doch ist das Phleba-Netz im Augenblick noch sehr experimentell. Es gibt nur einige wenige Zugangspunkte, und der Preis ist noch sehr hoch, doch hoffen die Bürger der Stadt, dass diese Probleme in Zukunft behoben werden können.

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